Aus dem Tagebuch von Hartmut Kaminski


Damals war es in Polen noch verboten, deutsch zu sprechen. Auch hatten die Ortschaften lediglich polnische Namen. Übersetzungslisten, in denen die ehemaligen deutschen Bezeichnungen den polnischen Dorfnamen zugefügt waren, gab es noch nicht. So mussten sie erfindungsreich sein, um den Geburtsort von Hartmut ausfindig zu machen.
Lesen Sie hier einige Aufzeichnungen, geschrieben auf einer kleinen transportablen Schreibmaschine.

„Dieser autobiographische Bericht erzählt die Geschichte, wie ich als 31 jähriger Westdeutscher, mit Bob Dylan im Ohr nach Masuren fahre, um dort Segeln zu lernen, Bilder von „Das Messer im Wasser“ im Kopf und die Schwärmereien von tief dunklen Wäldern, tausende unberührte Seen, Wiesen und Hügel zu erleben. Mit seinen Störchen und vielleicht auch Elchen. Auf jeden Fall viel Natur.
Und natürlich mit unserer harten Deutschen Mark, die uns ein sorgenfreies Leben in passablen Hotels sichert, besonders durch die Möglichkeit des Schwarz-Umtauschs. Damit wollen wir uns Vergnügen kaufen und uns ein bisschen die Leute besehen, auch einmal an meinen Geburtsort fahren und mir mein Geburtshaus ansehen, denn in Masuren bin ich 1944 geboren. Und ein paar Fotos machen zur Erinnerung, um später anderen Leuten zeigen zu können: "Guck mal, hier bin ich geboren.“ Oder zu meinem Sohn.
Und plötzlich bist du drin in der Geschichte. Es ist nicht so leicht das Dorf zu finden und dann findest Du nicht nur das Dorf, sondern auch Menschen darin.“

Dorfleben